Facebook defekt – was nun?

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Gestern Abend galt es auszuhalten, das Facebook defekt war. Manch einen leidenschaftlichen Nutzer von Facebook, Instagram oder Whatsapp stellte da für einige Herausforderungen.

Dass Facebook einmal einen DNS-Verbindungsfehler bekommen würde, hatte wohl niemand so erwartet, aber wie bei allen anderen Websites auch, kann das nun mal passieren. Problematisch ist es meist nicht, wenn man ein Backup besitzt, dieses auf einen anderen Server spielen und die DNS-Werte rekonstruieren kann.

Dass es einige Zeit dauern würde, erschien mir da recht schnell sehr logisch, denn alleine bei einer kleinen Website kann ein solcher Fehler und seine Behebung schon eine Weile in Anspruch nehmen. Ist eine Seite wie Facebook defekt, dauert das ungleich länger.

Selbst wenn man ohne Backup auskommt und den Fehler bei einer kleinen Website direkt beheben kann, benötigt man hierfür einige Stunden.

Bei einer Website, die die Größe eines Facebooks hat, möchte ich diesen Umstand eigentlich nicht erleben und bin froh, nicht an Stelle der dortigen Mitarbeiter gewesen zu sein. Tauschen wollte ich erst Recht nicht mit jenen.

Doch was heißt nun ein Ausfall von Facebook für die abendliche Beschäftigung seiner Nutzer?

Facebbok defekt: Aktivitäten ohne Facebook und seine Schwesterunternehmen

Eigentlich hätte ich nicht erwartet, dass ein kurzfristiger Ausfall binnen von fünf Minuten weltweit trenden würde, und das ausgerechnet auf Twitter. Dort wurde unter dem Hashtag #Facebookdown darüber geschrieben und hitzig diskutiert, was es für den einzelnen bedeute, dass Facebook defekt sei.

Persönlich finde ich Twitter in vielerlei Hinsicht recht komfortabel und nutze es selbst sehr gerne. Viele Gespräche, die bei Facebook in epischer Breite geführt würden, sind bei Twitter kurz und knackig, aber tatsächlich bietet Twitter mir noch einen weiteren Vorteil: Es bietet mir Inspiration, denn mit Hilfe der Hashtags kann ich problemlos suchen.

Auch dies war ein Aspekt, weswegen ich gestern auf Twitter unterwegs war. Nach dem Ausfall von Facebook, Instagram und WhatsApp nahm die Geschwindigkeit, in der sich die Timeline aktualisiert, um ein Vielfaches zu; dabei ist sie schon zu normalen Zeiten nicht besonders langsam.

Spannend war die Tatsache, dass nun viele Menschen nach alternativen Aktivitäten suchten, um damit umzugehen das Facebookt defekt ist und etwas Sinnvolles mit der geschenkten Zeit anzufangen.

Spazierengehen stand in meiner Timeline hoch im Kurs. Auch das Lesen von Büchern, das Hören von Musik und natürlich das Fernsehen boten offenbar Alternativen, um die Zeit zu überbrücken in der Facebook defekt war.

Als ich die zahlreichen Nachrichten las, fragte ich mich, was all die lieben Menschen, die nun nach Aktivitäten suchten, denn wohl täten, wenn Facebook einmal länger oder gar dauerhaft ausfallen würde.

Facebook defekt: Katastrophe vorprogrammiert?

Für viele Menschen gehört die tägliche Nutzung von Facebook zum abendlichen Entspannungs- und Unterhaltungsprogramm einfach dazu. Meist in einem Umfang, dass sich der normale Mensch fragen müsste, ob man eigentlich noch ganz bei Sinnen ist. Sinnvoll erscheint mir der Austausch häufig eher nicht, meist geht es um das sinnlose Vertrödeln von Zeit und Ressourcen.

Eigentlich ist es schon merkwürdig, dass ausgerechnet ich, die als Social-Media-Managerin einen Teil ihrer Einnahmen verdient, dem sinnlosen Zeit verbringen auf Social Media mittlerweile kritisch gegenübersteht.

Ja, auch ich verbringe viel Zeit in den sozialen Medien. Manchmal, oder sogar mit einer gewissen Regelmäßigkeit, verbringe ich auch einen Teil meiner Freizeit dort, kann aber auch bei Bedarf oder anderer Aktivitäten mal einen Tag, zwei oder auch eine ganze Woche ohne Social Media verbringen.

Gut, die Inhalte, die in der Zeit veröffentlicht werden, würde ich dann natürlich vorplanen, damit Sie sie nicht verpassen. Facebook mag ein netter Zeitvertreib sein, aber wenn es zur Sucht wird, haben wir alle ein Problem, denn eine Sucht greift aktiv in unseren Alltag ein, verändert ihn zugunsten dieser und wirkt nachhaltig auf unser Emotionszentrum.

Ich persönlich finde es schade, dass Menschen, die sich in einem Café gegenübersitzen, eigentlich die ganze Zeit auf ihr Smartphone schauen und man sich fragen muss, warum sich diese beiden denn dann überhaupt miteinander verabredet haben. Tatsächlich scheint selbst die normale, persönliche Kommunikation durch Social Media akute Probleme zu haben.

Facebook defekt: Zwischenmenschliche Kommunikation in Zeiten von Facebook

Tatsächlich habe ich angesichts der Corona-bedingten Maskenpflicht schon das Gefühl, dass sich die Kommunikation weniger empathisch und emotional gestaltet, als dass vorher der Fall war. Verschiebt sich die Kommunikation dann auch noch auf ein soziales Netzwerk wie Facebook, fallen weitere Komponenten der persönlichen Kommunikation weg.

Viel sinnvoller wäre es, in solchen Fällen beispielsweise über eine Webcam zu kommunizieren, um zumindest das Gefühl einer Face-to-Face-Kommunikation zu erreichen. Dies geht, wenn es funktionier mittlerweile sogar über Facebook und war gestern eben falls vom Facebook Defekt betroffen.

Eigentlich müssten wir also hoffen, dass der eine Abend ohne Facebook, der Abend, an dem Facebook defekt war, ausreicht, um manch einen Menschen wieder wachzurütteln.

Alternativ gäbe es nämlich nur noch die Möglichkeit, sich selbst einen Social-Media-Nutzungsplan zu erstellen und sich an diesen zu halten oder die entsprechenden Apps nach Ablauf einer bestimmten Zeit vom Smartphone sperren zu lassen. Meiner Meinung nach heißt es nämlich, dass uns auch mal eine Pause gut tut.

Aus der persönlichen Erfahrung des gestrigen Abends heraus kann ich sagen, dass ich an diesem so produktiv war wie schon lange nicht mehr.

Die Produktivität zeigte sich dabei allerdings nicht direkt, sondern mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung von etwa zwölf Stunden. Alle Ideen, die sich gestern Abend ergaben, habe ich nämlich heute noch gar nicht vorbereiten oder durchführen können. Diese neuen Ideen reichen nun erst mal für die nächsten paar Wochen.

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