Auch am Wochenende stets zu Diensten

Ad Blocker Detected

Our website is made possible by displaying online advertisements to our visitors. Please consider supporting us by disabling your ad blocker.

6 min read

Am Donnerstag Nachmittag begann es chaotisch zu werden, denn eigentlich wollte ich mich auf meinen Außentermin am Wochenende vorbereiten. Doch erstens kam es anders und zweitens als man denkt.

Warum man als Social-Media-Manager praktisch nie frei hat

Wenn viele Menschen in einer Gruppe zusammen kommen, gibt es eigentlich nie eine echte Pause für den Moderator. Er ist praktischerweise immer auf Rufbereitschaft und das sogar dann, wenn er gar nicht da ist. So wurde ich am Donnerstag Nachmittag auf benachrichtigt, da ein Beitrag in der Gruppe viel diskutiert wurde. Zunächst dachte ich mir dabei nichts, denn das diskutiert wird, ist ja eigentlich ein gutes Zeichen. Trotzdem warf ich mal einen Blick in die besagte Gruppe. Alles unauffällig. Ich wandte mich also wieder einer anderen Aufgabe zu.

Wenig später kam dann  eine Nachricht: Ich solle mir doch den Beitrag in der besagten Gruppe noch einmal ansehen, schrieb mir ein Mitglied, da ginge es heiß her.

Zunächst ein wenig verwundert schaute ich etwas genauer hinein. Tatsächlich wurde die Diskussion nun hitziger und hatte auch mit dem eigentlichen Thema nicht mehr viel gemeinsam. Stattdessen wurde der Ton rauer und die Stimmung erfasste ein unterschwelliger Unmut. Offenbar verstand die Themengründerin nicht, dass man ihren Inhalten nur bis zu einem bestimmten Punkt folgen konnte. Ihr ging es darum, in allen Bereichen Zustimmung zu erhalten und diese forderte sie nun vehement ein.

Deeskalation als erster Schritt gegen Provokateure

Ich versuchte nun zunächst die Themengründerin nicht als Provokateurin einzustufen, denn zunächst war es ja eine potentiell bereichernde Diskussion. Mit vielen Ideen, wie man die Gruppe und das Verhalten in der Gruppe verbessern könnte. Als sie jedoch anfing, ihre Meinung mit gesteigerter Vehemenz zu vertreten und in jedem zweiten Abschnitt darüber zu philosophieren, wie schön doch das Leben sei, sprach ich sie darauf an und erhielt wiederum nur die Antwort, die Gruppe wüsste gar nicht, wie schön doch das Leben sei. Eigentlich müsste die Gruppe doch auch viel positiver denken, und wir hätten doch alle keine Ahnung, wie schön das Leben doch sei… Das brachte mich dann dazu, nach knapp drei Stunden die Notbremse zu ziehen, hatte ich mich doch zunächst noch bereit erklärt, ihr inhaltlich in bestimmte Richtungen zu folgen, fragte ich nun kritisch nach, ob sie in ihrem Leben wirklich nur positives erlebt hätte. Die Aussage, wie schön das Leben ist, setzte sich fort und nahm krankhafte Züge an, denn es ist eines, eine Meinung in einer Diskussion zu vertreten, etwas ganz anderes, diese Menschen aufzudrängen.

Das führte also dazu, dass ich sie nach vier Stunden als Troll einstufte und der Gruppe verwies.

Doch damit fing die Diskussion erst an

Nun warfen mir Menschen aus besagter Diskussion vor, ich hätte Zensur betrieben, bei ist es aber so, dass der Admin einer Gruppe ein gewisses Hausrecht innehat. Mir ging es dabei auch weniger um Meinungszensur als vielmehr darum, dass Gruppenklima nicht zu gefährden. Meinem Kunden erklärte ich mein Vorgehen sehr konkret und spezifisch. Mein Kunde versuchte sich danach in Schadensbegrenzung, denn die Stimmung der Gruppe hatte hinsichtlich des starken Eingreifens durch mich als Admin natürlich Schaden genommen. Ich frage mich allerdings, wie hoch der Schaden wohl gewesen wäre, wenn ich diese unterschwellige Provokation nicht gestoppt hätte. Hätte sich die Eskalation in einer psychologisch ausgerichteten Gruppe vermeiden lassen können? Hätte ich anders interagieren müssen? Das Monitoring der besagten Situation zeigt mir, dass mein Vorgehen durchaus berechtigt war und eine Eskalation unter Berücksichtigung der Hintergründe (die hier nicht näher beschrieben wurden) nicht nur zielführend, sondern unvermeidbar waren.

Nach sechs Stunden war dann um 21 Uhr mein Donnerstag beruflicher Natur beendet. Vorbereiten konnte ich mich auf meinen Freitag- und Samstag-Termin natürlich nicht mehr. Es zeigte sich aber schon am Freitag, dass ich ein regelmäßiges uns systematisches Auseinandersetzen mit bestimmten Themen lohnen könnte, wenn man diese regelmäßig und dauerhaft betreut.

Der erste Teil des Kinderorthopädie-Symposiums

So ging ich, ohne mich noch näher mit den Themen beschäftigt zu haben, zum Kinderorthopädie-Symposium. Da die dortigen Themen immer mal wieder Relevanz in meiner Arbeit haben, hatte ich hierbei keinerlei Probleme.

Die einzelnen Vorträge waren dabei sehr interessant, wenn auch in manchen Teilen anders als erwartet. Etwas schade fand ich die Einstellung zu Inklusion, aber als Journalistin berichte ich ja praktisch über das Gesehene beziehungsweise das Gehörte. Gleichzeitig wurde ein Aspekt von Seiten der Ärzteschaft, glaube ich, recht unkritisch berücksichtigt, die gesetzliche Krankenversicherung nämlich. Bei manch einer Krankenkasse scheint es aufgrund von mangelnder Expertise mittlerweile recht schwierig zu sein, zeitnah das passende Hilfsmittel zu bekommen. Auch die Situation bezüglich Ausschreibungen wurde nur am Rande erwähnt. Dennoch nahm ich hier so viele Themen auf, dass ich sagen muss, dass eine echte Nachberichterstattung zu einem Verlust des Mehrwerts führen würde. Somit habe ich meinem Kunden heute die Empfehlung gegeben, die einzelnen Themen in seiner Berichterstattung wieder aufzugreifen.

Der zweite Teil 

Der zweite Veranstaltungstag war vergleichsweise unspektakulär, denn im Vergleich zum ersten Tag ging es hier oftmals um praktische Beispiele, Fallbeschreibungen, Innovationen und Anwendungsfelder. Das ist für mich als Journalistin natürlich einerseits recht praktisch, da sie mein Verständnis einer Sache verbessern, andererseits aber auch recht kritisch, da es sich ja immer noch um Menschen handelt. Menschen, deren Einverständnis ich nicht habe, um über sie journalistisch zu berichten. Menschen, deren Namen und Schicksale ich noch nicht einmal näher kenne. In Folge dessen kann ich auch nicht beurteilen, ob es ein gutes Fallbeispiel ist, da mir die persönlichen Hintergründe fehlen. Ich kann aber sagen, dass ich das Fallbeispiel verstanden habe und daraus Themen ableiten kann. So habe ich aus meinen Wochenendtagen das Optimale gemacht. Und doch war ich froh, als am Sonntag Morgen endlich mein Wochenende begann.

Leave a Reply